Die Lage der Bienen

Die Biene braucht wieder ein Zuhause.

Bild folgt Honigbiene

Seit rund 100 Millionen Jahren gibt es Bienen. Zum ersten Mal in dieser unvorstellbar langen Zeit haben sie ein echtes Problem: Die meisten Bienenvölker können heute ohne den Imker nicht mehr überleben.

Umso glücklicher macht es mich, dass es Zuchtversuche gibt, die ursprüngliche Biene zurückzuholen — eine Biene, die sich erfolgreich gegen Parasiten wehren kann.

Ich selbst züchte nicht. Meine Königinnen dürfen sich mit den Lokalmatadoren aus der Region paaren und damit einen diversen Genpool anlegen. Ich konzentriere mich auf etwas anderes: das richtige Zuhause zu schaffen, damit es den Bienen leichter fällt, sich um sich selbst zu kümmern.

Der Honigertrag steht dabei nicht im Fokus. Wichtiger ist mir eine hohe Isolation, damit die Bienen ihr eigenes Mikroklima schaffen können. Ein Zuhause, in dem sich Symbionten ansiedeln dürfen. Und eines, das den Bienen eine natürliche Umgebung nach dem Vorbild der Spechthöhle bietet.

Naturnahe Beuten

Ein Zuhause macht den Unterschied

Was macht eine naturnahe Beute aus, wie gut lässt sich in ihr arbeiten, und wo liegen ihre Stärken und Grenzen? Hier teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit dir. Dazu habe ich auch ein Video auf YouTube gestellt. Hier zusammengefasst die naturnahen Systeme im Überblick.

Video ansehen
Bild folgt Warré-Beute
Demeter · wesensgemäß

Warré-Beute

Die stapelbare Holzbeute nach Abbé Warré, naturnah betrieben. Als ausgewiesene Demeter-Beute steht sie für wesensgemäße Imkerei mit reinem Naturwabenbau.

Arbeiten darin: Erweitert wird von unten. Das bedeutet wenige Eingriffe — dafür müssen ganze Zargen gehoben werden.

Vorteile

  • Naturwabenbau ohne Mittelwände
  • Volle Einsicht möglich
  • Wenige, schonende Eingriffe
  • Demeter-tauglich

Grenzen

  • Zargen heben ist körperlich fordernd
  • Eckige Holzkiste schafft kein optimales Klima
  • Geringe Isolationswerte
Bild folgt Einraum-Beute
Wesensgemäße Bienenhaltung

Einraum-Beute

Eine holzkistenartige Beute mit einem einzigen großen Raum und hohen Rähmchen, entwickelt für die wesensgemäße Bienenhaltung. Brut und Vorrat bleiben ein zusammenhängendes Nest.

Arbeiten darin: Von der Seite auf Hüfthöhe — rückenschonend und übersichtlich, ganz ohne Zargenheben.

Vorteile

  • Rückenschonendes Arbeiten
  • Großes, ungeteiltes Brutnest
  • Volle Einsicht möglich
  • Gut für Naturwabenbau

Grenzen

  • Sperrig, schwer zu transportieren
  • Festes Volumen, kaum erweiterbar
  • Eckige Holzkiste schafft kein optimales Klima
Bild folgt Bienenkorb aus Roggenstroh
Tradition · seit Jahrhunderten

Bienenkorb

Der geflochtene Strohkorb wird seit Jahrhunderten in der naturnahen Imkerei verwendet. Das atmende Stroh schafft ein hervorragendes, ausgeglichenes Nestklima.

Arbeiten darin: Kaum Eingriffe möglich. Hier zählen Beobachten und Schwarmimkerei statt Wabenkontrolle.

Vorteile

  • Exzellente Isolation, eigenes Mikroklima
  • Natürlicher Stabil-Wabenbau
  • Sehr wesensgemäß
  • Langlebig bei guter Pflege

Grenzen

  • Keine beweglichen Waben
  • Kontrolle des Volkes schwierig
  • Klassische Honigernte kaum möglich
Bild folgt Weißenseifener Hängekorb (Sonnenkorb)
Abwandlung des Korbes

Weißenseifener Hängekorb

Eine Abwandlung des Bienenkorbs: eiförmig und hängend, mit halbrunden Oberträgern. Die Form ahmt die natürliche Nestform nach und soll den Bienen eine optimale Behausung bieten.

Arbeiten darin: Wird hängend von unten geöffnet. Über die Oberträger ist etwas mehr Einblick möglich als beim klassischen Korb.

Vorteile

  • Nahezu ideale Nestgeometrie
  • Sehr gutes Klima
  • Wesensgemäß
  • Begrenzt kontrollierbar

Grenzen

  • Aufwändig und teuer
  • Rähmchenposition nicht tauschbar
  • Erschwerte, hängende Handhabung
Bild folgt Klotzbeute aus einem ausgehöhlten Baumstamm
Mittelalter · Zeidlerei

Klotzbeute

Ein ausgehöhlter Baum, wie er im Mittelalter verwendet wurde. Von allen Systemen kommt die Klotzbeute der Spechthöhle am nächsten.

Arbeiten darin: Ein Minimum an Eingriffen — im Grunde reine Beobachtungsimkerei.

Vorteile

  • Maximale Naturnähe
  • Dicke Wände, hervorragende Isolation
  • Ideales Mikroklima
  • Sehr langlebig

Grenzen

  • Schwer und immobil
  • Keine Wabenkontrolle
  • Aufwändige Herstellung
Bild folgt HIIVE — moderne Interpretation der Spechthöhle
Modern · Spechthöhle neu gedacht

HIIVE

Die hochmoderne Interpretation der Spechthöhle. Sie soll den Bienen Intimität bei außergewöhnlicher Isolation bieten — mit natürlichem Wärme- und Feuchtehaushalt wie im hohlen Baum.

Arbeiten darin: Durchdacht in der Ausführung: Naturwabenbau, leicht, anpassungsfähig bei Flugloch und in der Honigkammer.

Vorteile

  • Außergewöhnliche Isolation
  • Nestklima wie im Baum
  • Wesensgemäß
  • Hochwertig und langlebig

Grenzen

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Keine Einsicht ins Volk
  • Behandlungen unhandlich
Ein Zuhause bauen
Der beste Schutz für die Biene ist das richtige Zuhause.
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