Mit den eigenen Händen.
Etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen oder zu erneuern, ist mehr als ein Zeitvertreib: Es verbindet uns mit Wissen, das über Generationen gewachsen ist. Ein Werkstück, in das Zeit und Aufmerksamkeit fließen, hält länger als jedes Massenprodukt — und trägt eine Geschichte, die man ihm ansieht.
Genau darin liegt der Wert des Handwerks: Es entsteht langsam, es verlangt Geduld, und am Ende gehört dir etwas, das kein Kauf ersetzen kann. Hier findest du meine Projekte zum Nachmachen — Schritt für Schritt, vom groben Anfang bis zum feinen Finish.
Projekte
DIY · Tradition
Einen Bienenkorb flechten
Aus langstieligem Roggenstroh entsteht Wulst für Wulst ein traditioneller Bienenkorb — das älteste Handwerk der Imkerei. Ein Projekt, das Geduld verlangt und am Ende ein Zuhause für ein ganzes Volk ergibt.
Einen Bienenkorb flechten
Aus langstieligem Roggenstroh entsteht Wulst für Wulst ein traditioneller Bienenkorb — das älteste Handwerk der Imkerei. Ein Projekt, das Geduld verlangt und am Ende ein Zuhause für ein ganzes Volk ergibt.
Vom vorbereiteten Stroh über die spiralförmige Flechttechnik bis zum bezugsfertigen Korb — die Grundzüge des Bienenkorbflechtens im Überblick.
Schritt 01
Das Grundmaterial
Grundbaustein jedes Korbes ist trockenes, langstieliges Roggenstroh. In den Bündeln stecken zunächst noch Ähren und Beikräuter.
Schritt 02
Stroh vorbereiten
Beikräuter und Blätter werden entfernt, die Ähren abgeschnitten und das Stroh platt getreten — so wird es geschmeidig genug zum Flechten.
Schritt 03
Das Flechtmaterial
Zum Umwickeln dienen Fichtenwurzeln oder Brombeerranken. Wer Rattan nutzt, muss zusätzlich auf die Wuchsrichtung achten.
Schritt 04
Die Schnecke beginnen
Geflochten wird am obersten Punkt des Korbes, dem Beginn der Schnecke. Die Enden werden gedrittelt, damit der Anfang langsam anläuft.
Schritt 05
Spiralförmig voran
Ist der Anfang geschafft, arbeitet man sich spiralförmig vor. Jede neue Wulst wird mit der vorhergehenden im Kreuz verbunden.
Schritt 06
Die Wölbung formen
Ist der Teller breit genug, beginnt durch schräges Einstechen die Wölbung — der Korb bekommt seine Form.
Schritt 07
Das Flugloch
Unterhalb der Wölbung setzt man klassisch das Flugloch: Eine Wulst wird geteilt, nur eine Seite umwickelt, die andere später herausgeschnitten.
Schritt 08
Auslaufen lassen
Nach vielen, vielen Wicklungen ist der Korb groß genug. Die letzte Rundung lässt man langsam auslaufen — eine gerade Unterlage hilft dabei.
Schritt 09
Abflammen
Lose einzelne Halme werden mit dem Brenner weggebrannt. Dank der satten Flechtung bleibt der Korb dabei unbeschadet.
Schritt 10
Fast geschafft
Jetzt darf man stolz auf sein Werk sein — ganz vollbracht ist es aber erst, wenn die Bienen einziehen können.
Schritt 11
Mit Kuhdung einstreichen
Vor dem Einzug wird der Korb von außen mit Kuhdung eingestrichen — am besten der flüssige Dung von Rindern, die im Mai oder Oktober saftiges Gras gefressen haben. Das macht die Flechtung wetterfester und dichter.
Schritt 12
Waben vorbereiten
Am Deckel werden die Anfangsstreifen der Waben eingeklebt und senkrecht dazu Speile aus Hartholz eingebracht — als Halt für das künftige Wabenwerk.
Schritt 13
Bezugsfertig
Jetzt können die Bienen ihr neues Zuhause beziehen — ein Korb, der bei guter Pflege Generationen überdauert.
Willst du deinen eigenen Korb flechten? Dann schau gern auf der Kursseite vorbei.
DIY · Restaurierung
Ein Messer, neu geboren
Ein über zwanzig Jahre genutztes Messer bekommt einen neuen Griff aus Walnussholz aus dem eigenen Garten — und eine Klinge, die wieder spiegelt. Aus einem müden Werkzeug wird ein Unikat für die nächsten Jahrzehnte.
Ein Messer, neu geboren
Ein über zwanzig Jahre genutztes Messer bekommt einen neuen Griff aus Walnussholz aus dem eigenen Garten — und eine Klinge, die wieder spiegelt. Aus einem müden Werkzeug wird ein Unikat für die nächsten Jahrzehnte.
Von der alten Klinge zum fertigen Unikat: Griff entfernen, Klinge aufarbeiten, neues Holz anpassen, verleimen, formen und schärfen — 23 Schritte vom Groben ins Feine.
Schritt 01
Der Ausgangszustand
Ein Messer, über zwei Jahrzehnte im täglichen Einsatz, hatte seine besten Tage hinter sich — Zeit für eine gründliche Erneuerung.
Schritt 02
Alten Griff entfernen
Zuerst muss der alte Holzgriff weichen. Dafür eignen sich eine Säge oder ein Stemmeisen.
Schritt 03
Stifte lösen
Die Stifte, die den Griff bisher zusammenhielten, müssen ebenfalls raus — hier ließen sie sich mit einem Seitenschneider entfernen.
Schritt 04
Klinge befreien
So lässt sich die Klinge samt Erl vollständig aus dem alten Griff lösen.
Schritt 05
Schneide planschleifen
Die über die Jahre krumm gewordene Schneide wird zunächst wieder plan geschliffen.
Schritt 06
Klinge polieren
Anschließend wird die Klinge auf Hochglanz geschliffen und poliert.
Schritt 07
Zwischenergebnis
Das Resultat der Klingenarbeit spiegelt bereits — nur die Schneide selbst ist noch stumpf und kommt später dran.
Schritt 08
Griffholz wählen
Das Griffholz soll etwas Persönliches sein. Meine Wahl: ein Stück Walnussast aus dem eigenen Garten.
Schritt 09
Griffhälften vorbereiten
Die beiden Griffhälften werden platziert und plan gehobelt.
Schritt 10
Erlkontur einarbeiten
Die Kontur des Erls wird in eine der Griffhälften eingearbeitet, damit die Klinge später bündig sitzt.
Schritt 11
Klinge einsetzen
Die Klinge wird in die Kontur eingeklebt, dann werden durch den Erl die Löcher für die späteren Stifte gebohrt.
Schritt 12
Griff verleimen
Beide Griffhälften werden unter kräftiger Spannung miteinander verleimt.
Schritt 13
Vom Groben ins Feine
Nun beginnt die Griffbearbeitung — Schritt für Schritt vom Groben ins Feine.
Schritt 14
Kontur aussägen
Zunächst wird die grobe Griffkontur ausgesägt.
Schritt 15
Form schnitzen
Dann wird die eigentliche Griffform von Hand herausgeschnitzt.
Schritt 16
Schleifen
Die Schleifmaschine gibt dem Griff seine endgültige Form. Ich beginne mit 120er Papier und gehe bis 400 hoch — für eine sehr glatte Oberfläche.
Schritt 17
Stifte einbringen
Durch die vorgebohrten Löcher kommen die Stifte. Passende hatte ich nicht zur Hand, also griff ich zu Edelstahlnägeln aus dem Möbelhaus.
Schritt 18
Stifte vernieten
Die eingebrachten Stifte werden mit dem Hammer über einem Amboss flach geplättet.
Schritt 19
Überstände abschleifen
Die noch leicht hervorstehenden Stifte werden anschließend bündig abgeschliffen.
Schritt 20
Finish auftragen
Fürs Finish eignen sich verschiedene Mittel — ich habe mich für ein edles Walnussöl entschieden.
Schritt 21
Klinge schärfen
Zum Schluss wird die Klinge geschärft, an einem langsam laufenden Nassschleifstein. Mein Schneidwinkel liegt bei 30° — eine gute Balance aus Schärfe und Standzeit.
Schritt 22
Wie neu
Das fertige Messer sieht aus wie neu und ist bereit für die nächsten Jahrzehnte im Einsatz.
Schritt 23
Ein Unikat
Der Griff mit seinen leicht unregelmäßigen Stiften zeigt echte Handarbeit — und macht das Messer zu einem wertvollen Unikat.
